Dieter Ruloff is Professor of International Relations and since 2000 director of the Institute of Political Science at the University of Zurich.

In his work he deals with logical scientific and methodological problems of political science and classical themes of international relations. By the end of the Cold War was on issues of East-West relations, arms control and the causes of war the focus of his research, then include international trade, international environmental policy and Swiss foreign policy.

 

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Europa - verstrickt in das griechische Fiasko

Posted by: Dieter Ruloff
18. June 2011

Europa ist keine Nation und die EU kein Staat. Solidarität hat also ihre Grenzen, und rasches Handeln im Kollektiv von 27 Ländern ist schwierig. Genau solches wurde kurz vor Pfingsten vom deutschen Finanzminister in einem Brief an seine Kollege dringlich angemahnt: Griechenland stehe vor einer „ungeordnete Insolvenz“, einer krachenden Pleite im Umgangsdeutsch. Hektische Betriebsamkeit zur Entschärfung der Lage setze ein, provozierte aber das genaue Gegenteil, einen neuen Höhepunkt der Griechenland-Krise. Wie konnte das passieren?

Als Griechenland vor gut einem Jahr in Zahlungsprobleme geriet, entschied die EU, die Sache als Liquiditätsproblem zu behandeln. In schwieriger Lage sei das Land, aber reformierbar, zurzeit nur nicht „flüssig“. Die Troika von EU-Kommission, Europäischer Zentralbank und Internationalem Währungsfonds schnürte ein Rettungspaket von 110 Mrd. €, auszuzahlen in Tranchen, Fortschritte bei der Sanierung Griechenlands vorbehalten. Die Hoffnung war, das Land könne ab 2012 zur Deckung seines Finanzbedarfes nach und nach wieder Geld an den Finanzmärkten aufnehmen...

aus: St. Galler Tagblatt, 18. Juni 2011, S. 2.

Die Euro-Malaise (St. Galler Tagblatt)

Posted by: Dieter Ruloff
5. July 2010

«Staatsverschuldung ist kein Problem.» Dies erklärte mir vor ein paar Jahren ein US-Politiker, der es wissen muss: George P. Shultz, Aussenminister unter Reagan, Finanzminister unter Nixon und MIT-Wirtschaftsprofessor emeritus. In dieselbe Kerbe schlägt auch der Princeton-Ökonom und Nobelpreisträger Paul Krugman in der «New York Times»: Europa mache grundsätzlich etwas falsch im Umgang mit seinen Schulden. Selbst die «Financial Times» macht der deutschen Kanzlerin den Vorwurf, den Euro nun kaputtzusparen.